Silber und
Bronze bei den Landesmeisterschaften
"Nicht ganz so erfolgreich, aber für die ungünstigen Voraussetzungen gar nicht so schlecht", so könnte das Fazit der Hohenhamelner Voltigierer nach den diesjährigen Landesmeisterschaften lauten. Denn ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt hatte das Verletzungspech zugeschlagen. Neben Wiebke Schernich, die der 1. Turniergruppe schon beim letzten Turnier fehlte, war auch noch "Watch Me" der Erfolgsgarant der Einzelvoltigierer kurzfristig erkrankt.
So mussten Anke Rauls und Rebecca Gläsner ohne vorbereitendes Training auf "Letta", dem Hohenhamelner Gruppenpferd, an den Start gehen. In kürzester Zeit bedeutete dies für die beiden Einzelvoltigierer eine grundlegende Umstellung in den Bewegungsabläufen, um sich an die viel kleinere Galoppade von "Letta" anzupassen. Dies wollte im ersten Umlauf noch nicht so ganz gelingen, zumal "Letta" auch eine große Panik vor der Hochtribüne in Bremen hatte und dort den Zirkel immer wieder verkleinerte. So lagen die beiden Medaillenaspiranten nach dem ersten Wettkampftag nur auf den Plätzen vier und fünf. Doch dann startete Anke Rauls eine furiose Aufholjagd und kämpfte sich über Technikprogramm und Kür, Platz um Platz nach vorne, so dass sie am Ende sich mit einer Wertnote von 8,027 Punkten den zweiten Rang und damit die Vize-Landesmeisterschaft sicherte. Auch Rebecca Gläsner konnte sich im Technikprogramm verbessern, musste dann aber im entscheidenden Kürprogramm der Doppelbelastung durch den zusätzlichen Einsatz in der Mannschaft Tribut zollen. Doch auch sie kann mit Platz fünf und der Wertnote 7,611 zufrieden sein, bedeutet er doch gleichzeitig die Starterlaubnis für die Deutschen Meisterschaften im August in Aachen. Und bis dahin sollte doch "Watch Me" wieder fit sein...
Die 1. Turniergruppe hatte sich inzwischen mit Jana Kinzel aus der 2. Mannschaft verstärkt und trat im ersten Umlauf überraschend stark auf. Abgesehen von den inzwischen chronischen Problemen im Stehen zeigten die Voltigierer von Longenführerin Nicole Lange eine gute Pflicht- und Kürleistung. Und auch "Letta" hatte sich mittlerweile an die Hallenatmosphäre gewöhnt und trug ihren Anteil zu dem überzeugenden Auftritt bei. Auch wenn man verletzungsbedingt die Konkurrenz aus Goslar ziehen lassen musste, so konnte man sich doch gegen die Mannschaften aus Isernhagen und Bremen behaupten und vor dem Finale den zweiten Platz belegen. Leider hatte der Titelverteidiger aus Hohenhameln dort am Sonntag einen rabenschwarzen Tag erwischt und präsentierte sich nicht nur unkonzentriert in der Pflicht sondern musste sogar in der Kür zweimal das Pferd verlassen. Damit war die Silbermedaille dahin. Doch ganz knapp reichte der Vorsprung vom 1. Umlauf, um gegenüber Isernhagen I zumindest den dritten Platz zu verteidigen, mit dem gleichzeitig die Starterlaubnis für die Deutschen Meisterschaften verbunden war.
Auch die frisch aufgestiegene 2. Mannschaft aus Hohenhameln hatte sich mit ihrem Pferd "Grand Amour" für die Landesmeisterschaften qualifiziert und so kam es bei diesem Turnier erstmalig zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Hohenhamelner A-Gruppen. Doch fairerweise hatte ja die 2. Turniergruppe ihren eigenen Obermann an die 1. Turniergruppe abgegeben, so dass die Mannschaft von Trainerin Britta Kuhlen nun ebenfalls ihre Kür umstellen musste. Doch dies gelang der "A2" erstaunlicher weise recht gut, so dass sie sich mit der Wertnote 6,301 auf dem 10. Rang dieser Landesmeisterschaft platzieren konnte.